15/09/2026 0 Kommentare
Eine kleine Presbyteriums-Kunde
Eine kleine Presbyteriums-Kunde
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Eine kleine Presbyteriums-Kunde
Als ich die Konfirmandengruppe letztens fragte: „Was ist ein Presbyterium?“, dichtete ein Konfirmand postwendend: „Das ist mir ein Mysterium!“. Vielleicht geht es Ihnen ähnlich? Dann lassen Sie mich Ihnen helfen.
Die rheinische Landeskirche ist presbyterial-synodal aufgebaut. Das nächste Fremdwort! Es heißt aber nichts Anderes, als dass alle Gemeindeglieder ab 16 Jahren alle 4 Jahre das Leitungsgremium (eben das Presbyterium) wählen. Aus den 17 Wuppertaler Presbyterien wiederum werden Mitglieder in die Kreissynode entsandt, die über die Geschicke des Kirchenkreises beraten. Und aus den Kreissynoden aller 34 rheinischen Kirchenkreise sitzen Delegierte in der Landessynode, die wiederum Entscheidungen für die ganze Evangelische Kirche im Rheinland trifft.
Vor Ort in einer Gemeinde hat das Presbyterium eine überraschend hohe Entscheidungsmacht: von der Aufstellung des Jahres-Haushaltes über die Anstellung von Personal obliegt dem Gremium alles, was in einer Kirchengemeinde entschieden werden muss. Das sind mal „dicke Brocken“, wie die Aufgabe eines Gebäudes oder die zukünftige Angliederung an andere Elberfelder Gemeinden; mal eher vermeintlicher „Kleinkram“, der aber auch entschieden werden muss: schaffen wie Defibrillatoren für unsere Häuser an? Wird das Pfarrhaus neu gestrichen?
Und – nicht zu vergessen – das Presbyterium ist auch die geistliche Leitung unserer Gemeinde. Wir müssen gestehen: unter dem Druck immer neuer Aufgaben kommt die eigene theologische Arbeit in unserem Gremium oft zu kurz. Aber keine Sitzung ohne Andacht. Kein Auseinandergehen ohne Segen. Kein Tagen ohne Reflexion der letzten Wochen unter der Frage: ist es uns gelungen, Gottes Wort zu verkünden? Und manchmal auch liturgische Entscheidungen über Gottesdienstabläufe, Formen des Abendmahls und neue geistliche Angebote.
Unsere Gemeinde hat offiziell 14 Presbyter*innen. Die Namen finden Sie auf den beiden vorletzten Seiten. Zwei Plätze im Bezirk Zentrum sind derzeit allerdings vakant. Die beiden Pfarrer sind geborene Mitglieder. Hinzu kommt eine Mitarbeiter-Presbyterin (derzeit Evelyn Süther), die aus dem Kreis der Hauptamtlichen zur Wahl gestellt wird. Wir tagen monatlich (meist am letzten Montagabend eines Monats) und werden dabei von Matthias Kuss von der Verwaltung begleitet. Ach, und das Wort Presbyteros kommt aus dem Griechischen und bedeutet: der Älteste. Nun, unsere Jüngste ist 42 Jahre alt….
Übrigens: die Presbyteriums-Wahlen, die eigentlich 2028 anstehen, wollen wir gern um ein Jahr nach hinten verschieben. Denn 2029 schließen wir uns mit den drei anderen Elberfelder Gemeinden zusammen und werden dann die Arbeitsweise des Presbyteriums neu überdenken müssen.
Pfarrer Joachim Hall
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