Die Taufe

 

 

 

Die Taufe ist die festliche Aufnahme eines Menschen in die christliche Gemeinde. Im Taufgottesdienst gießt dabei die Pfarrerin oder der Pfarrer drei Mal eine Hand voll Wasser über den Kopf des Täuflings.
Das Ritual geht zurück auf die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer. Bei seiner Taufe, so erzählt das Markusevangelium, tat sich der Himmel auf, der Heilige Geist kam auf ihn.
Diese Taufe muss für Jesus so lebensentscheidend und so prägend gewesen sein, dass er später seine Jünger beauftragte: „Geht nun hin zu allen Völkern und macht die Menschen zu meinen Jüngern und Jüngerinnen: Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes  und des Heiligen Geistes!“ (Mt 28,19)


Verschiedene Motive spielen in die symbolische Bedeutung der Taufe hinein: Waschung und damit verbunden das Reinwaschen von Sünden, Auferstehung, Neuschöpfung und Wiedergeburt.
Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Schwerpunkte und Perspektiven des Taufverständnisses verändert; für die meisten spielt der Charakter der Waschung heute kaum noch eine Rolle, dafür ist der über einem Menschen ausgesprochene Segen Gottes und die Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen in den Vordergrund getreten.


Auch wenn wir heute die Taufe nicht mehr als Bedingung für Gottes Liebe ansehen, so glauben wir doch, dass sich bei jeder Taufe der Himmel ein Stück öffnet und dass Täuflinge – ob Kinder oder Erwachsene – Gottes Zusage erhalten. Eine Ermutigung, die ein Leben lang – und weit darüber hinaus – gilt.
Darum muss und kann die Taufe auch nicht wiederholt werden. Denn es ist nicht unsere Entscheidung, die die Taufe wirksam macht, sondern Gottes Entscheidung für uns, die wir in der Taufe annehmen.


Wie taufen wir?
Bei uns findet die Taufe in der Regel im Gemeindegottesdienst statt. Meist sind es die Eltern, die für ihre Kinder im Säuglingsalter taufen lassen wollen.


Dazu wendet man sich an den zuständigen Pfarrer, der dann einen Termin für ein Taufgespräch vereinbart. Mindestens eines der Elternteile muss (Ausnahmen bedürfen einer Sondergenehmigung) evangelisch sein; die Paten, die das Kind erhalten soll, müssen einer christlichen Kirche angehören und bei der Taufe anwesend sein.


Den Bibelvers, der ihrem Kind als Taufspruch zugesprochen wird, wählen sich die meisten Eltern selbst aus; ebenso können sie mit dem Pfarrer Wünsche für den Gottesdienst (eigene Beteiligung durch Gebete, Lieder und Musik, Taufkerze) besprechen.


Natürlich können sich auch Jugendliche und Erwachsene taufen lassen. In solchen Fällen bekommt das persönliche Bekenntnis ein besonderes Gewicht.